Moin,
mein Name ist Aybak und ich bin 23 Jahre alt. Ich komme aus Syrien und lebe seit fast 6 Jahren in Deutschland. Ich arbeite bei der RTL GmbH als Softwareingenieur. 2016 habe ich angefangen, Deutsch alleine zu lernen. YouTube war eine gute Quelle für mich. Der erste Deutschkurs, den ich besucht habe, war der C1-Kurs an der CAU Kiel.
Meine größten Schwierigkeiten waren am Anfang die großen Unterschiede in den Kulturen. Ich komme aus einer sehr konservativen Familie und hatte in Syrien nicht so viel Kontakt zu anderen Menschen. Ich war dann mit 17 Jahren alleine in Deutschland ohne meine Familie. Ich hatte einen Kulturschock und fühlte mich oft einsam. Besonders im Winter war es hart.
Was mir geholfen hat, war Ablenkung. Ich war immer unterwegs, hatte viele Aktivitäten und habe so nette Menschen kennengelernt.
Wenn du neu in Deutschland bist, möchte ich dich ermutigen. Gib niemals auf, auch wenn es schwer ist. Man muss auch akzeptieren und einsehen, wenn es einem schlecht geht. Es sollte ein Verständnis und eine Offenheit für psychische Probleme geben. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Dann sollte man sich Hilfe suchen und diese auch annehmen können.
Inzwischen bin ich mehr mit Deutschen als mit Syrern unterwegs. Das hat mir sehr geholfen, Deutsch zu lernen und mich hier zu integrieren.
Wenn du als Deutscher Ausländern helfen willst, gibt es viele Organisationen, die Ehrenamtliche suchen und so die Unterstützung für Geflüchtete anleiten und koordinieren. Versuche nicht, den Ausländern die deutsche Kultur überzustülpen. Die Integration ist ein langer und schwieriger Weg, der viel Zeit braucht. Habt dafür bitte Verständnis.
Es gibt viele Unterschiede zwischen meiner Kultur und der deutschen. Ich schätze sehr die Pünktlichkeit, die Strukturiertheit sowie die direkte und klare Kommunikation.
Meine schönste Erfahrung ist mein Weg, den ich bisher hier gegangen bin. Darauf bin ich auch sehr stolz. Eine Deutschlehrerin hat mir, als ich 18 Jahre alt war, sehr geholfen. Sie hat
mitbekommen, dass ich alleine in Deutschland bin und hat mich quasi in ihrer Familie aufgenommen. Noch heute bin ich bestimmt 2-3-mal im Monat bei ihnen. Dafür bin ich sehr dankbar und möchte etwas zurück geben.