Moin,
ich heiße Nguenar und bin 24 Jahre alt. Mein Heimatland ist Senegal und ich lebe seit 6 Jahren in Deutschland. Aktuell mache ich eine Ausbildung zur Pflegehelferin in der Berufsschule RBZ 1 in Kiel. Ich habe 3 Tage in der Woche Schule und 2 Tage Praktikum bei einer ambulanten Pflegestelle.
Zu Beginn war meine größten Herausforderungen die Sprache und die Unwissenheit, wo ich Hilfe bekommen kann. Das Gefühl von Orientierungslosigkeit und Hilfslosigkeit war furchtbar. Besonders schwer für mich ist, dass mein Mann zurück in den Senegal gehen musste und bis heute nicht wieder herkommen kann. Es ist hart mit 2 Kindern alleine zu leben und nebenbei noch die Ausbildung zu machen.
Mir haben meine Freundinnen und die ZBBS sehr geholfen, viele Schwierigkeiten zu überwinden. Die ZBBS konnte ich immer fragen, wenn ich Hilfe brauchte. Sie haben mich auch in die Ausbildung vermittelt.
Ich möchte alle Menschen Mut zu sprechen, die es gerade schwer hier haben, weil sie vielleicht noch nicht so lange in Deutschland sind: Glaubt an euch. Habt keine Angst und ergebt euch nicht eurem Schicksal. Kämpft weiter und probiert alle Möglichkeiten, die ihr habt oder bekommt. Dann werdet ihr es schaffen, auch wenn der Weg sehr hart sein wird.
Wenn Deutsche helfen möchten, dann empfehle ich euch: Sucht mit den Geflüchteten zusammen nach Lösungen, für ihre Probleme. Oft ist dafür eine professionelle Beratungsstelle notwendig. Ihr könnt dabei helfen, eine Stelle zu finden oder beim Gespräch dabei sein und dolmetschen.
Es gibt viele Unterschiede in den Kulturen. Im Senegal zum Beispiel begrüßen wir jeden Fremden auf der Straße. In Deutschland werde ich dafür oft komisch angeschaut und ich bekomme kein „Hallo“ zurück. Aber ich fühle mich hier sehr wohl und akzeptiere und lebe nach der neuen Kultur.
Meine schönste Erfahrung ist, dass ich hier so schnell angekommen bin. Ich bin sehr stolz darauf, was ich alles geschafft habe, vor allem mit Blick auf die Schule, die Ausbildung und meine 2 Kinder.