Moin,
ich heiße Shadi, ich bin 20 Jahre alt und komme aus dem Iran. Seit dreieinhalb Jahren lebe ich nun schon in Deutschland. Zurzeit bin ich auf dem Gymnasium und mache mein Abitur.
Meine größten Schwierigkeiten waren die Sprache und das Kontakte knüpfen mit deutschen Freunden. Geholfen hat mir mein Fleiß. Ich war sehr motiviert die Sprache zu lernen. Ich war auch in einer DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache). Ich war so gut, dass meine Lehrer gesagt haben, dass ich aufs Gymnasium gehen kann, um dort meinen Schulabschluss zu schaffen. Ich bin sehr dankbar für alle Menschen in meinem Umfeld, die mir bei allen Herausforderungen geholfen haben.
Ich möchte Neu-Geflüchteten Mut machen. Haltet durch und brecht nicht ab, auch wenn es manchmal hoffnungslos scheint. Es wird sich lohnen.
Wenn du Geflüchteten helfen möchtest, dann versuche zu vermeiden, den Geflüchteten alles abzunehmen. Das macht sie faul und unselbständig. Viel besser ist, die Person zu begleiten und zum Beispiel mit ihr die Sprache üben oder zu dolmetschen. Du darfst dich nicht von Geflüchteten ausnutzen lassen, sondern es sollte eine partnerschaftliche Hilfe auf Augenhöhe sein.
Es gibt viele Unterschiede in den Traditionen beider Kulturen. Vor allem das Verhältnis zwischen Mann und Frau ist unterschiedlich. Im Iran können Mann und Frau erst zusammen leben oder Kinder bekommen, wenn sie verheiratet sind. In Deutschland kann man ohne Bedenken eine Beziehung führen oder Kinder haben, ohne verheiratet zu sein.
Wenn Iraner Freunde Zuhause zum Essen einladen, sagen sie vor dem Essen ,,Guten Appetit». Zwischendurch sagen sie aber auch immer wieder ,,Guten Appetit «. Selbst Stunden nach dem Essen tun sie das noch.
Meine schönste Erfahrung hier in Deutschland sind die Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Vor allem hat meine Familie hier eine «deutsche Oma» bekommen. Sie war die schönste Begegnung für mich hier. Sie ist die größte und wundervollste Person. Sie ist mehr als ein Teil meiner Familie geworden. Solche Menschen ermöglichen uns, hier ein Leben aufzubauen und uns gut zu integrieren.