Die Öffnung der Familie

Flüchten heißt nicht „nur“, alles Bekannte hinter sich zu lassen – es heißt auch, irgendwo ganz neu anfangen zu müssen. Wenn Familien gemeinsam flüchten oder durch die Familienzusammenführung wieder beieinander sein können, stehen sie diesem aufgezwungenen Neuanfang zwar nicht (mehr) ganz allein gegenüber – und dennoch ist alles anders: Das Leben in einer Sammelunterkunft, die große Angst um den Aufenthaltsstatus, die häufige Abhängigkeit von Sozialleistungen, Sprachbarrieren, Diskriminierung. Das Festhalten an Altbekanntem kann in dieser Situation ein stabilisierendes Element sein, in manchen Bereichen kann es das Einleben und Ankommen in neuen Strukturen und im neuen Alltag aber auch sehr schwer machen.

Mit unserem neuen Projekt „Die Öffnung der Familie“ möchten wir die Eltern ansprechen und sie fragen: „Welcher Weg im Miteinander fühlt sich gut für euch an?“ In Frauen- und Männergruppen wollen wir sie ohne Druck so begleiten, dass sie ihre persönlichen Antworten auf diese Frage finden können. In – zunächst – muttersprachlichen Angeboten wollen wir Themen wie gesellschaftliches Zusammenlebendie Rolle der Eltern in der Erziehung und Angebote von Kitas, Jugendtreffs und anderen außerschulischen Einrichtungen oder auch das Thema Familienplanung an- und vor allem besprechen. Nach und nach – und natürlich unter Berücksichtigung der Bedarfe der Teilnehmenden – sollen diese Angebote auf andere Themen ausgeweitet werden.

Kinder und Jugendliche müssen sich im Kindergarten oder in der Schule häufig schon automatisch mit neuen Strukturen und Anforderungen an sie auseinandersetzen und leben dadurch manchmal „zwischen den Welten“ oder geraten in Schwierigkeiten mit ihrer Familie. Ziel unseres neuen Projekts ist, die Eltern in der Form zu empowern, dass sie sich sicher in ihrem neuen sozialen und gesellschaftlichen Umfeld bewegen können und gemeinsam mit ihren Kindern einen Weg finden, den Herausforderungen, vor die sie gestellt sind, als Familie zu begegnen. Ziel ist es gleichzeitig auch, die Familien für eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und am demokratischen Diskurs zu öffnen, sie über ihre Rechte und Pflichten aufzuklären und ihnen eine diverse Gesellschaft als positiv und bereichernd zu vermitteln.

Es sollen möglichst viele Familien durch das mehrjährige Projekt erreicht werden, um sie über unsere Gesellschaft mit ihren vielfältigen Lebensformen aufzuklären und ihnen ihre Ängste unserer Gesellschaft gegenüber zu nehmen.   

Hier gibt es den Projekt-Flyer zum Download.

CO-LEARN

Mit dem Projekt „Co-Learn“ wird im ZEIK, dem Zentrum für Empowerment und Interkulturelle Kreativität, ein Raum geschaffen, in dem sich Menschen begegnen, von- und miteinander lernen und sich austauschen können. Ab Februar 2020 gibt es dazu im Rahmen des Projekts von Montag bis Freitag für jeweils vier Stunden die Möglichkeit – dreimal vormittags und zweimal nachmittags.
Jeden Sonntag findet ein interkulturelles Frühstück statt, das von den Teilnehmenden und Projektleiter Yasin Erfani gemeinsam vorbereitet wird. Alle drei Monate wird die Zeitschrift „Zeit für ZEIK“ herausgegeben werden. Im Heft sollen auch Geschichten aus dem Projekt „Co-Learn“ veröffentlicht werden.
Eingeladen zum Projekt „Co-Learn“ sind Menschen aus Gaarden – unabhängig von Alter und Herkunft – nicht nur, um vorbeizukommen, sondern auch, um ihre Ideen einzubringen.
 
Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration und ist eine lokale Maßnahme für Teilhabe und Zusammenhalt (MaTZ)
/ Über Fragen freut sich Projektleiter Yasin Erfani
ZEIK
Elisabethstr. 68
24143 Kiel
Tel. +49 431 23939330
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